Korsika – die wilde Schöne

Korsika ist die nach Sizilien, Sardinien und Zypern viertgrößte Insel im Mittelmeer. Die Insel besteht zu einem großen Teil aus einem Hochgebirge und liegt westlich der Apenninhalbinsel, nördlich von Sardinien und südöstlich der Cote d’Azure. Die Insel gehört seit 1768 zu Frankreich, besitzt aber einen Sonderstatus. Korsika liegt jedoch näher an Italien als am französischen Festland. Neben französisch wird auf Korsika noch korsisch, eine dem Italienischen engverwandten Sprache gesprochen. Brauchtum und Küche weisen weisen ebenfalls teilweise auf die Nähe Italiens hin.

Korsika hat eine Fläche von 8.760 km² und 351.276 Einwohner (Stand 1. Januar 2022). Hauptstadt und Verwaltungssitz ist die Hafenstadt Ajaccio. Weitere größere Städte am Meer sind Bastia und Calvi sowie im Inselinneren Corte. Korsika wird auch als Île de Beauté (Insel der Schönheit) bezeichnet.

Anreise

Für die Anreise nach Korsika gibt es mehrere Fähr-Optionen. Die kürzeste Strecke geht von Livorno in Italien nach Bastia. Weitere Optionen gehen zum Beispiel von Genua oder Marseille.
Ich entschied mich aber für die Nachtfähre von Savona nach Bastia. Savona liegt im italienischen Ligurien, knapp 50 km westlich von Genua.

Ich startete nachts in Kiel und kam nach einer sehr entspannten Fahrt am Nachmittag in Ligurien an. Als erste ging es für mich bei sommerlichem Wetter noch kurz an den Strand. Im Anschluss zog ich mich in das bergige Hinterland zurück und suchte mir einen abgelegenen Platz zum Übernachten. Nach einer völlig ruhigen Nacht und dem Frühstück ging es nach Bergeggi. Hier gab es in einer Strandbar den ersten Espresso der Reise. Im Anschluss ging es mit dem SUP auf das Meer. Neben tollen Stränden erkundete ich auch die ein oder andere Meeresgrotte.

Am Nachmittag tauschte ich dann noch das SUP gegen Schnorchel und Taucherbrille und erkundete die Unterwasserwelt. Nach einem letzten Bad im Meer ging es für mich nun allmählich in Richtung Fähre. In Savonna stärkte ich mich noch in einer kleinen, gemütlichen Pizzeria bevor ich pünktlich um 22:30 Uhr auf der Fähre einchecken konnte. Für die Überfahrt hatte ich mir eine Kabine gebucht. Die Überfahrt war ruhig und ich kam gut ausgeschlafen um 6:30 Uhr in Bastia an.

auf dem Weg in den Süden

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Der erste Tag auf der Insel

Der ursprüngliche Grund meiner Reise nach Korsika war die Wanderung auf dem GR 20. Ich wollte diesen Fernwanderweg komplett von Nord nach Süd gehen. Aus diesem Grund hatte ich geplant, mein Auto am südlichen Ende in Conca zu parken und bereits übermorgen in Calenzana zu starten. Also sollte es heute mit dem Auto von Bastia nach Conca gehen. Auf dem Weg gen Süden entlang der Ostküste ging es immer wieder an schöne Sandstrände. Das Wasser war mit um die 25 Grad perfekt zum Baden und Schwimmen.

Am Nachmittag kam ich in Conca an und quartierte mich auf dem dortigen Campingplatz ein. Am Abend packte ich meinen Rucksack für die bevorstehende Wanderung. Das Auto konnte ich hier auf dem Campingplatz für 3 € pro Tag parken.

Ankunft auf Korsika

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Der GR 20

Am Abend traf noch ein französisches Ehepaar auf dem Campingplatz ein. Die beiden hatten den GR 20 von Nord nach Süd begangen und wollten morgen von hier zurück nach Calenzana, ihrem und meinem Startpunkt. Sie wollten die Rückfahrt ganz entspannt per Taxi erledigen und suchten Mitstreiter. Prinzipiell bestand bei mir Interesse. Nach sie telefonisch den Preis hierfür erfragt hatten, ließen wir die Idee genauso schnell wieder fallen. 600 € waren uns dann einfach zu viel.

Am nächsten Morgen nutze ich den Shuttle vom Campingplatz in die nächstgrößere Stadt, Sainte-Lucie de Porto-Vecchio. Hier sollte um 8:30 Uhr ein Bus fahren. Was ich nicht bedacht hatte, das heute Sonntag war. Für mich blieb offen, ob der Bus sonntags nicht fuhr oder nur eine enorme Verspätung hatte. Nach 20 min warten entschied ich mich fürs Trampen gen Norden. Am Ortsausgang traf ich das französische Paar wieder. Sie hatten sich ebenfalls fürs Trampen entschieden. Ich ging noch knapp 1 Kilometer weiter und versuchte hier mein Glück. Erfolg hatte ich längere Zeit nicht. Nach einer gefühlten Ewigkeit hielt ein Kleinwagen an. Neben einem jungen Einheimischen am Steuer saßen die beiden Franzosen im Wagen. So machten wir uns nun gemeinsam auf den Weg.

Wir teilten uns später nochmals ein Auto und zweimal zog ich allein weiter. Gegen Mittag kam ich bereits in Casamozza an, unweit von Bastia. Am Bahnhof teilte man mir mit, dass erst am Abend ein Zug nach Calvi fahren würde. Ein Bus fuhr von hier am Sonntag in Richtung Calvi nicht. So stärkte ich mich erst einmal in einer Bar und versuchte dann am Ortsausgang erneut mein Glück. Bereits nach kurzer Zeit hatte ich die nächste Mitfahrt. Ein älterer Corse war auf dem Weg zu einem Fußballspiel und ich durfte mitfahren. Sein Fahrstil war, wie auch bei den meisten Fahrern hier, eher von der sportlichen Art.

Der restliche Teil der Strecke lief reibungslos. Einmal musste ich noch ein paar Autos abwarten, bevor am Abzweig nach Calenzana bereits das hinter uns kommende Fahrzeug mir direkt die nächste Mitfahrt anbot.

In Calenzana machte ich es mir am Nachmittag in einer Bar bei einem Kaffee gemütlich und genoss den Blick auf die Küste. Am Abend schlug ich mein Zelt auf dem Campingplatz am nördlichen Ortsrand auf. Alle anderen auf dem Campingplatz hatten morgen dasselbe Ziel, den GR 20. Einige wollten nur einen Teilgehen, aber auch einige die den gesamten Weg zum Ziel hatten.

Am nächsten Morgen weckten mich gegen 4:30 die ersten Stirnlampen. Es machten sich doch jetzt bereits die ersten auf den Weg. Das war nun weiß Gott nicht meine Zeit. Danach wartete ich noch ein Gewitter ab, bevor ich auf Stand, meine Sachen zusammenpackte und noch entspannt frühstückte. Als ich mich um 8:30 Uhr auf den Weg machte, war ich einer der letzten der loszog. Mein ursprüngliches Tagesziel war das Ref. D‘Ortu Di Piobbu, gut 6:30 h entfernt. Bereits noch im Ort ging es recht steil bergauf. Bei strahlendem Sonnenschein ging es immer weiter in die Berge. Die Landschaft war wirklich toll. Nach der ein oder anderen Pause kam ich kurz nach dem Mittag auf dem 1.250 m hohen Pass Bocca u Saltu an. Hier kochte ich mir eine Mahlzeit und traf die Entscheidung, den GR 20 nicht weiterzugehen. Es war mir einfach zu touristisch und es gab für mich einfach zu viele Regulierungen. Zum Beispiel, dass man sein Zelt nur auf den kostenpflichtigen Plätzen an den Hütten aufstellen durfte. Das war aktuell nicht meine Art zu wandern.

So ging es nach 7 km, und ca. 2 Std. vor dem Tagesziel für mich zurück nach Calenzana. Von hier ging es per Anhalter nach Calvi. Mein Zelt schlug ich auf einem Campingplatz auf und machte es mir mit Pizza und Cola am Abend am Strand gemütlich. Am nächsten Tag nahm ich denn den Bus nach Casamozza und von dort weiter nach Sainte-Lucie de Porto-Vecchio. Das letzte Stück zum Campingplatz legte ich dann nochmals per Anhalter zurück. Das war also mein Ausflug auf den GR 20. Aber es sollte in den nächsten Tagen auf jeden Fall noch einige Male in die Berge gehen.

die Route des GR 20

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Die Südküste

Von Conca ging es für mich weiter gen Süden. Einen Abstecher machte ich noch an den schönen Sandstrand bei Pinarellu, leider bei eher mäßigem Wetter. Am Nachmittag schlenderte ich durch die Gassen des schönen Städtchens Porto Vecchio bevor es auf die Suche nach einem Campingplatz ging. Ich wurde in der Nähe von Pianottoli, an der Südküste fündig. Es gab wieder schöne Sandstrände und tolle Felsformationen. Neben schwimmen und sonnen schnürte ich hier auch mal wieder die Laufschuhe und erkundete die Gegend in meinem ganz eigenen Tempo. Nachts gab es dann auch die erste Begegnung mit den „wilden Schweinen“. Aber in meinem Dachzelt war das Grunzen völlig ungefährlich.

Auf meiner weiteren Reise legte ich einen Stop am Bocca di Roccapina. Hier führte ein kurzer Rundweg zu einem 173 m hohen Felsen mit einem tollen Blick auf das Meer. Im Anschluss ging es auf einer holprigen Piste noch direkt zum Plage de Roccapina. Die piste ist eigentlich gut zu meistern, wobei etwas mehr Bodenfreiheit nicht schadet. Man kann aber auch von der Straße zum Strand wandern. Für mich war der Strand einer der schönsten, von mir besuchten Strände auf ganz Korsika.

Nach einem Nachmittag am Strand kaufte ich noch in einem Supermarkt ein. Ich hatte Lust mal wieder auf frisches Gemüse und lokale Delikatessen. So versorgt suchte ich mir bei Tizzano einen ruhigen Platz zum freien Übernachten. Am nächsten Morgen ging es zum Hafen von Tizzano auf einen Espresso und dann erneut zum sonnen und schwimmen an den Strand.

Strand bei Pinarellu

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SUP and Run

Am Nachmittag zog es mich dann bereits weiter. Meinen nächsten Stopp legte ich in Campomoro, im SW der Insel, ein. Hier zog ich wieder die Laufschuhe ein und erkundete unter anderem den Aussichtsturm Torra di Campomoru und die Felsformationen der Punta di Campomoro. Hier kletterte ich auch einige Zeit in den Felsen umher, um immer wieder neue Perspektiven auf die Felsen werfen zu können. So kann man hier zum Beispiel auch einen Felsen in Form eines springenden Delphins entdecken. Nach so viel Bewegung ging es zum Abschluss der Runde noch an den Strand zum Schwimmen.

Am nächsten Tag suchte ich die Einsamkeit bei einer Tour mit meinem SUP. Hierfür ging es bei Acqua Doria an den Strand Cala d’Orzu. Auch hier war der letzte Teil der Piste zum Strand sehr holprig. In der Bucht angekommen gab es für mich erst einmal einen Espresso, bevor ich mich mit dem SUP aufmachte. Man hätte am Strand auch eine Tour mit dem Jetski machen können, ich zog die Bewegung mit dem Paddel aber vor.
Leider war es heute sehr windig und ich brach meine Tour zum westlichen Cap ab. Nach etwas schwimmen an einem einsamen Strand ging es zurück zum Ausgangspunkt.
Hier war es mit Ruhe und Einsamkeit vorbei und es war gerade eine Strandhochzeit in vollem Gange. Es gab sogar Gäste, oder war es das Brautpaar, die mit dem Hubschrauber im Ort landeten. Eine schöne Kulisse hatten sie sich auf jeden Fall ausgesucht.

Ich zog am Abend noch weiter bis Verghia, wo ich wieder auf einem Campingplatz eincheckte. Am nächsten Tag ging es dann erneut in die Laufschuhe und über schöne Trails vom Meer bis zu einem kleinen Stausee auf ca. 200 m Höhe. Es waren einige Wanderer und Mountainbiker unterwegs. Insgesamt ein schöner Wald. Nach dem Lauf entspannte ich dann erneut am Strand.

Campomoro

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ab in die Berge

Nach den letzten Tagen am und auf dem Meer zogen mich nun wieder die wilden Berge förmlich magisch an. Auf dem Weg in das wilde Hinterland gab es einige tierische Begegnungen. So musste ich mir die schmalen Bergstraßen mit Kühen, Wildschweinen und Ziegen teilen.

In der Nähe des Bergdorfes Ota ließ ich das Auto stehen und begab mich auf eine kleine, schöne Wanderung. Ziel war die Schlucht Gorges de Spelunca, welche durch den Fluss Corsu (auch bekannt als Spelunca) geformt wurde. Es ging auf einem schönen Wanderweg entlang von atemberaubenden Felswänden. Am Ende der Schlucht erreichte ich die Ponte á Zaglia, eine Bogenbrücke welche 1797 erbaut wurde.

Zurück am Beginn der Schlucht konnte ich der Versuchung nicht wiederstehen und ging noch etwas im frischen Fluss schwimmen.

Für die heutige Übernachtung entschied ich mich für das Camp Acciola, unweit des Ortes Evisa. Das Camp bot tolle Stellplätze mit einer schönen Aussicht in die Berge und dem Sonnenuntergang. Insgesamt war es ein recht neuer und sehr schicker Campingplatz bei dem der Besitzer in der nächsten Zeit noch einiges vor zu haben scheint.

Kühe

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Unterwegs im Hinterland

Mein nächstes Ziel war das kleine Dorf Lozzi. Auf dem Weg dorthin führte die Straße durch dichte, schöne Wälder. Immer wieder standen Wildscheine an und auf der Straße. Einen ersten Stopp legte ich am 1.467 m hohen Pass Col de Vergio ein.

Weiter ging es bis zum Parkplatz Poppaghja an der D 84. Hier gibt es den Parc Aventure de Valdoniellu, welcher mehrere Kletter- und Seil Parcours anbietet. Allerdings schien die Saison für dieses Jahr bereits beendet zu sein. Aber der Park war auch nicht der Grund meines Stopps. Mein heutiges Ziel war ein entspannter Lauf zum Lac de Nino, einem Bergsee auf ca. 1.750 m Höhe. Die Strecke vom Parkplatz betrug knapp 5 km und ca. 750 hm. Mit Trail Schuhen und leichtem Gepäck wanderte ich knapp 1.5 Stunden bis zum See. Hier legte ich eine längere Pause ein. Die Kulisse war einfach ein Traum. Am Seeufer führte auch wieder der GR 20 vorbei. Auf dem Rückweg ging es noch oberhalb vom Parkplatz zum Erfrischen in den 12 Grad kühlen Fluss Colga. Mehr als ein kurzes Bad schaffte ich bei der Wassertemperatur aber nicht.

Am Abend quartierte ich mich in Lozzi im Camping L’Arimone ein.

Col de Vergio

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Monte Cinto – höchster Gipfel Korsikas

Für Lozzi hatte ich mich bewusst für meine nächste Bergtour entschieden. Es sollte auf den höchsten Gipfel Korsikas, dem 2.706 m hohe Monte Cinto gehen. Neben dem Start am Skiort Haut Asco startet eine weitere, oft begangene Tour, eben hier in Lozzi. Hier konnte ich für die nächsten Tag mein Auto direkt auf dem Campingplatz stehen lassen.

Die Tour kann man als Tagestour machen. Für mich sollte es aber wesentlich entspannter werden.

Meine Tour im Detail:

Direkt neben dem Campingplatz, auf ca. 1.050 m Höhe, führt eine holprige Piste in Richtung der Berge. Die Zufahrt war bei mir mit einer Schranke versperrt, welche man aber einfach öffnen könnte. So gibt es die Möglichkeit mit dem Auto noch rund 2.5 aufwärts zu holpern.

Für mich ging es aber zu Fuß weiter. Teilweise auf der Piste, vielfach aber abkürzend auf einem kleinen Pfad. Nach rund 1 Stunde kam ich an der Ruine der alten Kirche Chapelle a’sa‘Lisei auf knapp 1.400 m Höhe an. Nach einer Pause nahm ich den zweiten Teil meiner heutige Tour in Angriff. Nun ging es meist recht eben noch weitere 3.5 km bis zu meinem Tagesziel, dem 1975 errichteten Refuge de I’Erco, auf 1.650 m Höhe an. Von Lozzi bis hierher war ich nicht ganz 3 Stunden unterwegs. In der Hütte wollte ich die Nacht verbringen und am nächsten Tag den Monte Cinto in Angriff nehmen. Ursprünglich gab es unweit der Hütte sogar ein zweites Gebäude mit WCs und Dusche. Diese schienen aber schon länger nicht mehr in Benutzung zu sein.

Ich ging am Nachmittag noch etwas in der Umgebung wandern. Am Abend warf ich dann den im Aufenthaltsraum befindlichen Ofen an. So wurde es rasch richtig gemütlich in der Hütte und ich kochte mir mein Abendmahl. Später kamen nach Leonie und Malte des Weges. Beide sind aus München und waren die letzten Tagen in den umliegenden Bergen unterwegs. Nun wollten auch sie hier übernachten und morgen ebenfalls den Monte Cinto besteigen. Es war ein netter, gemütlicher Abend.

Nach einer ruhigen Nacht, bis auf die ein oder andere hörbare Maus in der Hütte, erwartete uns vor der Hütte ein schöner Sonnenaufgang. Nach dem Frühstück machte ich mich als erster auf den Weg. Es ging von der Hütte auf einem markierten Pfad ein Stück gen Norden und dann in NW-Richtung ziemlich gradlinig zum Monte Cinto hinauf. Der Pfad war recht steil und so ließ ich es langsam angehen. Im oberen Teil des Weges begann dann leichteres Klettergelände. Dieses war aber problemlos zu gehen. Kurz vor dem Gipfel traf der Weg dann auf den Verbindungsweg vom GR 20. Hier ließ ich meinen Rucksack zurück und erklomm den Gipfel ohne Gepäck.

Vom Refuge bis zum Gipfel des Monte Cinto brauchte ich mit etlichen Pausen und im sehr gemütlichen Tempo rund 4 Stunden. Seit dem Sonnenaufgang herrschte strahlender Sonnenschein, so auch hier am Gipfel. Neben der Bergwelt reichte der Blick bis zum Meer. So konnte man zum Beispiel auch bis nach Calvi blicken.

Nach einer längeren Pause machte ich mich an den Abstieg. Dieses Mal ging es aber für mich noch ein Stück weiter in Richtung GR 20. Auf dem Weg musste man etwas ab- und wieder aufsteigen. Kurz nach einem namenlosen 2.650 m hohen Gipfel verließ ich den Weg. Eigentlich sollte es hier einen Pfad in Richtung SW geben. Mit viel Fantasie konnte man Spuren im Geröll erkennen. Ganz vereinzelt gab es ab und an und Steinmännchen. Sehr vorsichtig stieg ich auf losem Geröll zum Bergsee Lac de Cinto ab. Der See liegt auf ca. 2.300 m Höhe und sein Südufer wird von einer beeindruckenden Felswand bewacht. Am See legte ich nochmal eine Pause ein. Bevor es immer in der Nähe des Baches Ruisseau d’Erco gen Osten weiter hinunter ging. Nach einiger Zeit und 2, 3 Abstiegen über Felsstufen war ich wieder an der Hütte angekommen, an der ich heute Morgen aufgebrochen war.

Ich spielte noch mit dem Gedanken direkt nach Lozzi abzusteigen, entschied mich dann aber dagegen und für eine weitere Nacht in der Hütte. Dieses Mal sollte ich allein in der Hütte sein. Ich kochte mir wieder etwas zum Essen, bevor es beim Einbruch der Dunkelheit in den Schlafsack ging.

Am nächsten Tag ging es dann nach dem Frühstück zurück nach Lozzi. Im ersten Teil entschied ich mich für eine andere Wegoption und ging über die Bergerie de Cesta. Hier gibt es auch eine Hütte in der man übernachten kann.

Zurück auf dem Campingplatz gönnte ich mir noch einen Espresso bevor ich mich auf machte, zurück in die Zivilisation zu fahren.

Ich fand die Tour einfach nur schön. Großartige Berglandschaft, viel Einsamkeit und gutes Wetter. Besser hätte ich es mir nicht wünschen können.

Ruine der alten Kirche Chapelle a’sa‘Lisei

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Der Wilde Westen

Nach dem einsamen Tagen im Bergland sollte es nun wieder etwas touristischer mit Meer werden. Von Lozzi ging es daher wieder zurück an die Westküste. Auf dem Weg dorthin legte ich im netten Bergdorf Évisa noch einen Stopp ein und gönnte mir auf der Terrasse eines Restaurants einen leckeren Burger.

Am Nachmittag schlenderte ich am Hafen des kleines Küstenortes Porto entlang und machte es mir im Anschluss am Strand gemütlich. Hier schaute ich den ein- und auslaufenden Ausflugsbooten zu und konnte sogar Kletterer an den Felsen beobachten.

Für die Nacht quartierte ich mich im gemütlichen Camp Porto ein.

Am nächsten Tag war mein Ziel die schmale Straße D 81 entlang der wilden Westküste. Zuerst ging es von Porto auf der Straße etwas gen Süden. Kurz vor Piana befindet das Herz Korsikas. Es handelt sich hierbei um eine Felsformation mit einem ausgehölten Herz. Ich wanderte aber auch zur ehemaligen Burg Castellu di Ghjineparu. Vom Parkplatz ging es rund 30 min über Felsen und durch den Wald bis zu einem Felsplateau rund 300 m über dem Meer. Es bot sich ein schöner Blick auf das Meer und die Aussicht war am frühen Vormittag noch menschenleer.

Auf der schmalen Küstenstraßen ging es für mich im Anschluss immer gen Norden. Kurz vor Calvi machte ich einen Abstecher auf die Halbinsel La Revellata. Am nördlichen Ende der Halbinsel befindet sich der Leuchtturm aus dem Jahr 1844. Auch der unweit gelegenen Kapelle Notre Dame de La Serra, auf rund 200 m Höhe, stattete ich noch einen Besuch ab.

Da das Wetter auch heute wieder sehr schön war, ging es am späten Nachmittag noch für mich an den Strand von Calvi zum Schwimmen.

Für die Nacht zog ich am Abend noch bis in die Nähe des Ortes Algajola weiter und buchte mich auf einem weiteren schönen Camp ein. Leider wurde es in dieser Nacht sehr stürmisch und die Nacht im Dachzelt war äußert unruhig. Der Schlaf in dieser Nacht daher für mich dieses Mal nicht so optimal.

Evisa

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malerische Bergdörfer und das wilde Cap Corse

Allmählich kam die Abreise von Korsika immer näher. So wollte ich die letzten beiden Tage noch bestens genießen. Am frühen Vormittag zog es mich nochmals etwas von der Küste und Stränden weg. So unternahm ich einen Spaziergang durch das malerische Dorf Sant Antonino, unweit der Küste auf einem Berg gelegen. Ich schlenderte durch die engen Gassen und konnte immer wieder großartige Ausblicke auf das Meer genießen. Auch der Wind ließ immer mehr nach. Als nächstes ging es noch nach Pigna. Ebenfalls einem kleinen Dorf unweit der Küste. Dieser Ort war vom Aussterben bedroht, bevor sich die ersten Künstler hier niederließen. Heute gibt es hier viele Künstler mit ihren Werkstätten, was dem Ort einen ganz besonderen Charm verleiht.
Pigna und Sant Antonino sind die einzigen beiden Porte auf Korsika die sich mit dem französischen Gütesiegel „Les plus beaux villages de France“ schmücken dürfen. Diese Siegel kürt die schönsten Orte Frankreichs.

Zum Mittag wollte ich es mir im Örtchen Saint Florent gemütlich machen. Leider herrschte direkt vor der Stadt ein Buschbrand, womit die Zufahrt gesperrt war. Also plante ich um und fuhr durch das Hinterland auf die Halbinsel Cap Corse. Hier fand ich ein schönes Restaurant am Strand „Plage de Farinole“ und konnte bei einer leckeren Pizza die Wellenreiter beobachten. Am Nachmittag zog ich noch weiter an der Westküste des Cap Corse, besuchte den einen oder anderen Strand und ging etwas wandern. Am Abend wanderte ich noch zur Turm-Ruine Torra di Seneca. Von hier bot sich ein weiterer schöner Blick auf Meer und die Halbinsel.

Zum Übernachten wählte ich nun die Ostküste und fand im Ort Santa Severa ein nettes Camp.

Bodri Strand

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Rund um Bastia

Viel zu schnell verging die Zeit auf Korsika und nach 2,5 Wochen brach auch schon der letzte Tage auf dieser wilden, schönen Insel an. Für die Rückfahrt sollte es für mich wieder von Bastia nach Savogna gehen. Wie auch schon auf der Hinfahrt, hatte ich mich für eine Kabine auf der Nachtfähre entschieden. So blieb mir ein letzter Tag rund um Bastia um mich von der Insel zu verabschieden.

Auf dem Weg nach Bastia legte ich im Küstenort Erbalunga einen ersten Stopp ein. Ich schlenderte wieder durch die Gassen, am Meer entlang und gönnte mir in einem gemütlichen Café den mittlerweile obligatorischen Espresso. Im Anschluss zog es mich noch einmal zum Schwimmen an den Strand. Dieses Mal an einen Sandstrand südlich von Bastia.

Am Nachmittag parkte ich mein Auto in Bastia und zog auch hier noch einmal durch die Stadt. Verschickte ein paar Ansichtskarten, kaufte für meine Tochter noch ein Souvenir und stärkte mich für die Fährfahrt noch am Hafen.

Das Check-in auf die Fähre verlief pünktlich und völlig entspannt, genauso wie die gesamte Überfahrt. Welche ich aber zum größten Teil gemütlich verschlief.

Abstecher auf dem Rückweg

Für den Rückweg hate ich mir bewusst noch einige Tage Zeit genommen. Zurück in Italien ging es erst einmal zum typisch italienischen Frühstück. Weiter ging es dann mit dem Auto durch die Schweiz bis in die Fränkische Schweiz. Die sommerlichen Temperaturen blieben leider an der Südseite der Alpen hängen. Und so war es in Franken recht kühl und feucht. Trotzdem verbrachte ich hier aber eine weitere entspannte Nacht im Dachzelt.

Am nächsten Tag sollte es auf ein, zwei Klettersteige in der Nähe des Parkplatzes gehen. Ziel war der Norris- und der Höhenglücksteig. Allerdings war letzterer Steig das Ziel von vielen anderen. So ging es für mich am Vormittag auf den Norrissteig. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen durchgehenden Klettersteig, sondern um einzelne Abschnitte unterschiedlicherer Schwierigkeit und zwischendurch musste man immer wieder eine gewisse Strecke auf Waldwegen zurücklegen. Das besondere hierbei ist, dass man sämtliche Kletterabschnitte somit auch entspannt umgehen könnte. Auch wenn der Steig gut markiert war, musste man doch an der einen oder anderen Stelle den nächsten Abschnitt etwas suchen. Dafür traf ich auf dem gesamten Steig keine weitere Person. Ein Steig also, genau nach meinem Geschmack. Highlight war dann der 450 m hohe Gipfel Mittelbergwand. Hier machte ich dann auch meine Mittagsrast. Leider blieb die Sonne heute verborgen. Das war dann auch der Grund den Höhenglücksteig nicht im Anschluss noch anzugehen, sondern mich am Nachmittag bei einem Bäcker in der Nähe noch etwas zu stärken.

Im Anschluss zog ich noch weiter bis nach Thüringen, wo ich mein Dachzelt nun bei Nieselregen aufschlug. Am nächsten Tag nahm ich dann den letzten Teil bis Kiel staufrei in Angriff.

Frühstück in Italien

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