{"id":3227,"date":"2024-10-31T11:05:14","date_gmt":"2024-10-31T10:05:14","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p178985.webspaceconfig.de\/?page_id=3227"},"modified":"2026-09-02T07:49:34","modified_gmt":"2026-09-02T05:49:34","slug":"karelien","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/wordpress.p178985.webspaceconfig.de\/index.php\/reisen\/reise-meines-lebens\/karelien\/","title":{"rendered":"Karelien \/ \u041a\u0430\u0440\u0435\u043b\u0438\u044f"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size wp-block-paragraph\">Wie aus dem Bilderbuch<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Endlich beginnt das Abenteuer Karelien. Die Grenzabfertigung verl\u00e4uft \u00e4u\u00dferst angenehm, auch wenn ich mit 1 Std. Abfertigung f\u00fcr mich einen neuen Rekord aufgestellt habe. Auf finnischer Seite erfolgte eine einfache Kontrolle der Papiere und des Wagens. Hier zeigten sich die Z\u00f6llner bereits \u00e4u\u00dferst neugierig was das denn f\u00fcr ein Gef\u00e4hrt sei. Und als ich dann auf Finnisch noch sagte dass ich nur wenig Finnisch spreche, wurden mir die restlichen Sympathiepunkte auch noch zuerkannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Auf russischer Seite wurde mir sogar beim Ausf\u00fcllen der Formulare geholfen. Beim russischen Zoll fingen dann die Probleme mit dem Wagen an. Es ist ein Honker, aber das steht so nicht in den Papieren. Aber auch hier waren die Z\u00f6llner \u00e4u\u00dferst hilfsbereit und irgendwann bekam ich dann alle n\u00f6tigen Stempel auf den Formularen. Drau\u00dfen wurde der Wagen von einer Z\u00f6llnerin kontrolliert und 2 Z\u00f6llner fragten mich auf einen Mix aus Englisch und Russisch \u00fcber den Wagen aus. Alles in allem meine bisher freundlichste Abfertigung!<br><br>Direkt hinter dem Schlagbaum verwandelt sich die bis dahin einwandfreie Asphaltstra\u00dfe in eine mit Schlagl\u00f6chern \u00fcbers\u00e4te Waschbrettpiste. Zum Gl\u00fcck mache ich die Reise mit einem Gel\u00e4ndewagen und nicht mit meinem Volvo. Der Volvo h\u00e4tte sicherlich allein schon mit den Steinen auf der \u201eStra\u00dfe\u201c Probleme. Mein Ziel Kalevala heute zu erreichen lassen ich fallen. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit um die 40 km\/h w\u00fcrde ich den gesamten Nachmittag hinter dem Steuer verbringen. Dazu ist das Wetter einfach mal wieder viel zu sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Knapp 18 km hinter der Grenze verlasse ich die A136 in n\u00f6rdliche Richtung. Laut meinem Navi, welches hier erstaunlich gut funktioniert, f\u00fchrt eine Seitenstra\u00dfe um ein paar Seen herum. Leider ist bereits die erste Br\u00fccke auf der Strecke eingest\u00fcrzt. Da ist leider auch f\u00fcr meinen Honker Ende. Auf meinem R\u00fcckweg mache ich an einem idyllischen See Mittagpause. Leider liegen in der Umgebung wieder Unmengen von M\u00fcll verstreut. Schade eigentlich in solch einer tollen Landschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Frisch gest\u00e4rkt geht es wieder auf der A 136 ostw\u00e4rts. Bis auf 2 finnische PKWs und ein paar finnischen Holzlastern begegnet mir keine Menschenseele. Nach nicht ganz insgesamt 40 km auf der A136 beschlie\u00dfe ich spontan dem Wegweiser nach Pistoj\u00e4rvi zu folgen. Die Piste ist total sandig aber durchaus passierbar. Nach knapp 25 km erreiche ich Pistoj\u00e4rvi und schaue mir bei einem Spaziergang den \u201eOrt\u201c an. Er besteht lediglich aus ein paar Holzh\u00e4usern von denen sicherlich auch einige als Ferienh\u00e4usern dienen. Also ein ziemlich ruhiger Ort.<br>Hier f\u00fcr die Interessierten die GPS Koordinaten des Ortes: N 65\u00b032.181\u2018 E 30\u00b030.613\u2018<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Mein Nachtlager schlage ich kurz vor dem Ortseingang am Sandstrand des gleichnamigen Sees auf. Es ist wieder ein sonniger und angenehm warmer Nachmittag so l\u00e4sst es sich in Karelien durchaus aushalten. Nat\u00fcrlich kann ich der Versuchung nicht wiederstehen und springe ins Wasser. Es ist glasklar und angenehm erfrischend. Der perfekte Ort um das Abenteuer Russland zu beginnen! Am Abend werde ich noch von einem Russen befragt. Er will sogar meine Papiere und mein Visa sehen. Sein Wagen war mir bereits im Ort aufgefallen. Ich beantworte ihm auf seine Fragen und erkl\u00e4re, dass ich heute erst aus Kuusamo eingereist sei, gerne eine Nacht hier verbringen m\u00f6chte und morgen weiter nach Kalevala fahren will. Er sagt es sei ok und verabschiedet sich. Meine Frage ob er von der Miliz sein, hatte er zwar verneint aber irgendwie hatte er ein sehr offizielles Auftreten\u2026<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size wp-block-paragraph\">Tag am Meer &amp; Kalevala<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Am 2. Tag in Russland geht es als erstes 28 km zur\u00fcck zur A 136. Mein n\u00e4chstes Ziel ist Pjaozerski (\u041f\u044f\u043e\u0437\u0435\u0440\u0441\u043a\u0438\u0439). Hier schaue ich mir die Marktst\u00e4nde an und besuche das Visitor Center des Paanaj\u00e4rven Nationalpark. Das Zentrum wurde 2002 in Zusammenarbeit mit Finnland gebaut. Hier erf\u00e4hrt man einiges \u00fcber den Oulanka Nationalpark auf finnischer, und dem Paanaj\u00e4rven NP auf russischer Seite. Die Fahrt in den 60 km entfernten NP erspare ich mir. Ich m\u00fcsste hierzu gen Norden, also in die entgegengesetzte Richtung.<br><br>Anschlie\u00dfend folge ich der A 136 weiter bis kurz vor Sofporog (\u03f9\u043e\u0444\u043f\u043e\u0440\u043e\u0433). Direkt hinter der Flussbr\u00fccke biege ich von der Waschbrettpiste \u00f6stlich in Richtung Ozero Topozero ab. Die Stra\u00dfe hat zwar gro\u00dfe Pf\u00fctzen und etliches an Schlamm zu bieten, f\u00e4hrt sich aber wesentlich besser als die Hauptstra\u00dfe. Nach ein paar km biege ich in einen zugewachsenen Weg ein und stehe direkt am Sandstrand des gro\u00dfen Sees. Es ist ziemlich windig und die Wellen lassen durchaus an die heimische Ostsee erinnern. Es ist zwar erst kurz nach Mittag aber ich beschlie\u00dfe erst morgen weiter zu fahren und genie\u00dfe das \u201eMeeresrauschen\u201c und den aufklarenden Himmel. Am Abend geht es dann noch kurz in die Fluten, das Wasser ist einfach viel zu kalt zum ausgiebigen Baden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Nach meinem Tag am Meer will ich nun endlich Kalevala erreichen. Man Wagen braucht Benzin und der erste Trinkwasserkanister ist auch fast leer. Also wieder auf der A 136 ein St\u00fcck zur\u00fcck des Weges. Kurz vor Pjaozerski biege ich auf die A 137 gen S\u00fcden ab. Die Piste ist zumindest etwas besser als die A 136 von der Grenze bis Pjaozerski. So schaffe ich die knapp 90 km in etwas \u00fcber 2 Std.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Auf halber Strecke nach Kalevala traue ich meinen Augen nicht. Aus der Staubwolke vor mir taucht ein Wohnmobil mit finnischem Kennzeichen auf. Alle Achtung mit diesem Schiff hier durch die Pampa. \u201eDa muss ein total verr\u00fcckter Finne am Steuer sitzen.\u201c denke ich mir noch. Doch alles sollte sich am sp\u00e4ten Nachmittag in Kalevala aufkl\u00e4ren. Beim Tanken traf ich das Wohnmobil und seinen Besitzer wieder. Zu Beginn unseres Gespr\u00e4ches entschuldigte ich mich erst mal das mein finnisch und mein englisch sehr schlecht seien. \u201eWie w\u00e4re es dann mit Deutsch?\u201c fragte mich der Finne. Er hatte in der Schule 3 Jahre Deutsch gelernt und seit dem st\u00e4ndig versucht es zu verbessern. Er war mit seinem neuen Wohnmobil unterwegs. Es handelt sich dabei um ein Wohnmobil der Firma Wochner, einer kleinen Manufaktur am Bodensee, mit 4 x 4 Antrieb. Erst im Juli hatte er das Teil am Bodensee abgeholt und ist mit dem Wagen \u00fcber Osteuropa und das Baltikum nach Rovaniemi, seinem Wohnort, gefahren. Nun ist er mit seinem Bruder auf Verwandtschaftsbesuch in Karelien. Wir plaudern etliche Zeit und so erfahre ich, dass er bisher mit einem selbstausgebauten Volvo Lappl\u00e4nder unterwegs war. Nun sollte etwas mit eigener Toilette her. Naja eine Toilette hat sein neues Wohnmobil auf jeden Fall an Bord. Wir fotografieren noch gegenseitig unsere Fahrzeuge und verabschieden uns.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Am Abend quartiere ich mich im Hotel Sampo ein. F\u00fcr 25 \u20ac bekomme ich ein nettes, sauberes Zimmer mit WC und Dusche inkl. Fr\u00fchst\u00fcck. F\u00fcr weitere 6 \u20ac bekomme ich auch noch Abendbrot. Soljanka als Vorsuppe, Kartoffeln und Huhn als Hauptgericht und Tee. Und die Registrierung wird nat\u00fcrlich auch gleich \u00fcber Nacht erledigt. Wobei der Finne heute sagte, solange man nicht nur in St Petersburg bleibt, braucht man sich nicht registrieren zu lassen. Er hat sich noch nie registrieren lassen. Tja das Thema Registrierung ist ein Buch mit 7 Siegeln. Jeder hat andere Erfahrungen gemacht und wie es wirklich funktioniert wei\u00df keiner. Bei meinen bisherigen Ein- und Ausreisen \u00fcber Finnland hat die Registrierung auch keinen interessiert. Wenn ich dieses Mal auch wieder \u00fcber Finnland ausgereist w\u00e4re, h\u00e4tte ich mich auch nicht registrieren lassen. Da es nun aber \u00fcber das Baltikum zur\u00fcckgehen soll, schiebe ich lieber eine Hotelnacht mit ein. Auch habe ich bereits 2009 geh\u00f6rt, dass man sich auf jedem Postamt registrieren lassen kann, blo\u00df meine Versuche dies in Russland zu machen schlugen fehl. Auf den Post\u00e4mtern wusste man von der neuen Aufgabe gar nichts.<br>Von dem Finnen habe ich auch erfahren m\u00fcssen, dass es in Kalevala nicht so einfach ist Trinkwasser aufzuf\u00fcllen. Die Haushalte werden 3mal die Woche von einem Tankwagen versorgt. Im Supermarkt kaufe ich dann etliche 2 l Flaschen Mineralwasser. So komme ich nun auf fast 50 l Trinkwasser. Das sollte notfalls f\u00fcr bis zu 2 Wochen reichen.<br><br>Auch in Kalevala hat die Technik Einzug gehalten. Mittlerweile kann man an der Tankstelle und im Supermarkt sogar mit Kreditkarte bezahlen. Nicht schlecht wenn ich bedenke wie es noch vor 3 Jahren war. Nur die ben\u00f6tigte Benzin- bzw. Dieselmenge muss man an der Tankstelle immer noch im Vorwege absch\u00e4tzen und bezahlen.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_1_placeholder\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size wp-block-paragraph\">1. Offroad Abenteuer<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Das Fr\u00fchst\u00fcck im Hotel war richtig lecker. Es gab so etwas \u00c4hnliches wie Omelette, ein K\u00e4sebrot und ein Joghurt. So gest\u00e4rkt ging es als erstes knapp 40 km auf der A 135 gen Osten nach Haikola. Von der Hauptstra\u00dfe geht es am Wegweiser ca. 2 km auf einem Sandweg durch den Wald. Leider war der Ort bei meinem Besuch wie ausgestorben. Auf meinem Rundgang durch das Dorf sah ich keine Menschenseele. Lediglich ein Auto war vor einem Haus geparkt. Nach ein paar Schnappsch\u00fcssen ging es mit dem Wagen zur\u00fcck auf die A 135 und weiter gen Osten. Vor 3 Jahren war das erste St\u00fcck der A 135 (von Kalevala nach Kem) noch eine sandige Schlaglochpiste. Nun ist die Stra\u00dfe komplett asphaltiert und zum gr\u00f6\u00dften Teil reicht sie sogar an europ\u00e4isches Niveau heran. Seit langem pendelt meine Tachonadel mal wieder zwischen 70 und 80 km\/h. Kurz vor Somba verlasse ich die Hauptstra\u00dfe in s\u00fcdlicher Richtung und fahre 18 km bis zum Fluss Kem. Mein n\u00e4chstes Ziel ist Panozero. Als ich am Ufer ankomme, traue ich meinen Augen nicht. Da ist eine Autof\u00e4hre. Naja zumindest ein Schwimmk\u00f6rper auf dem Autos transportiert werden k\u00f6nnen. Allerdings f\u00e4hrt die F\u00e4hre am Wochenende nicht. Da ich auch keinen Fischer sehe, der nur mich r\u00fcberbringen kann, mache ich erst mal Mittagspause. Nach dem der heutige Tag relativ k\u00fchl (7\u00b0C) und mit leichtem Nebel begann, riss nun der Himmel auf und die Sonne sollte bis zum Sonnenuntergang strahlen. Nach \u00fcber 1 Std. tut sich am anderen Flussufer etwas. Es erscheint der F\u00e4hrmann. Auf Russisch schreien wir uns \u00fcber den Fluss an. Ich soll mit meinem Wagen drauf fahren und er steuert die F\u00e4hre vom Ufer. Es ist nicht ganz einfach ohne Einweiser auf der Balkenkonstruktion mit dem Honker zu rangieren. Aber alles geht gut. Am anderen Ufer bekommt er dann 120 RUB f\u00fcr die \u00dcberfahrt. Ich frage ihn auch gleich ob es eine Stra\u00dfe nach Borovoj gibt. \u201eJa, gibt es aber nicht gut.\u201c Sagt er. Ich zeige auf meinen Wagen und frage ob ich es damit schaffen k\u00f6nnte. Damit sei es kein Problem meint er. Na also wie schon etliche Male zuvor, man kann im Vorwege viele Leute fragen wie die Wege sind und ob es \u00fcberhaupt welche gibt. Aber letztendlich entscheidet sich immer alles erst vor Ort wenn man mit den Einheimischen spricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Wie sagte der Finne gestern gleich noch mal? Auf der anderen Flu\u00dfseite ist das neue Panozero. F\u00fcr die Finnen und Deutschen sieht es zwar alt aus, aber es gibt noch ein altes Panozero. Recht hat er. Und so fahre ich vom neuen in das alte Panozero und schaue mich bei einem Spaziergang um.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Nach so viel Kultur soll nun endlich das Offroad-Abenteuer beginnen. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung wird die Orientierung sein. Ich habe eine Karte im Ma\u00dfstab 1:800 000 und ein Navi auf dem hier nur noch die Seen gezeigt werden. Also schaue ich immer auf dem Navi welchen Umriss der jeweilige See hat an dem ich mich gerade befinde und suche das passende Gew\u00e4sser auf der Karte. Das klappt erstaunlich gut. Die Strecke von Panozero nach Borovoj ist auch wesentlich besser als ich bef\u00fcrchtet habe. Es gibt die \u00fcbliche Schlagl\u00f6cher, etliche Br\u00fccken \u2013 von denen 2 meinen Honker zwar getragen haben aber ob da ein weiterer Wagen dr\u00fcber kommt? \u2013 und ein paar gr\u00f6\u00dfere Schlamm- und Wasserl\u00f6cher. Insgesamt wimmelt es auf der Strecke von Seitenwegen. Auch treffe ich insgesamt 5 Wagen im Wald zu denen jeweils Pilz- und Beerensammler geh\u00f6ren. Einmal biege ich falsch ab. Treffe aber bald darauf einen freundlichen Russen mit Sohn und Enkel der mich wieder auf den richtigen Weg bringt. Vorher schw\u00e4rmt er mir aber noch von seinem Moskwitsch bzw. wie er ihn nennt \u201eRussischen Opel\u201c vor. Auf Grund der derzeitigen Trockenheit sind alle Wasserl\u00f6cher problemlos zu durchfahren. Sogar auf die Untersetzung konnte ich komplett verzichten. Ich vermute mal, dass die Piste aber im Fr\u00fchjahr bzw. nach l\u00e4ngerem Regen wesentlich schwieriger sein wird. Insgesamt ben\u00f6tige ich f\u00fcr die etwa 120 km um die 6 Std.. Als ich mein Nachtlager im Kiefernwald direkt am Ufer des Kem unweit von Borovoj erreiche bin ich dann doch ziemlich kaputt. Aber eine sch\u00f6ne Tour war es!<br><br>Trotzdem mache ich noch einen Spaziergang am Flu\u00df entlang und gelange zu einer Bahnbr\u00fccke von der man einen sch\u00f6nen Blick in die Umgebung hat. Bei Versuch die Natur zu fotografieren \u201edr\u00e4ngten\u201c sich unbedingt 2 russische M\u00e4dels vor die Linse. Und da ich nun den Fluss und die beiden M\u00e4dels nun schon mal im Kasten habe will ich Euch die Bilder nicht vorenthalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Am n\u00f6rdlichen Ortseingang von Borovoj entdeckte ich am n\u00e4chsten Morgen einen Brunnen. Hier f\u00fcllte ich erst mal Wasser auf. Auch eine Tankstelle hatte der kleine Ort zu bieten. Ich hatte zwar einen 2. Dieselfilter als Ersatz dabei, aber ich verzichtete trotzdem hier nachzutanken. Gerade an kleinen Tankstellen ist die Kraftstoffqualit\u00e4t nicht immer optimal.<br><br>Ich folgte der Stra\u00dfe nach Kostomuksa ca. 20 km und bog dann in n\u00f6rdlicher Richtung nach Luusalmi ab. Nach weiteren 10 km kam ich an eine Br\u00fccke die nur bis zu 3 t benutzt werden darf. Das passte mit meinem Honker gerade so. Leer wiegt das Fahrzeug 2,5 t und hat ein Maximalgewicht von 3,2 t. Nach knapp 80 km auf dieser sandigen Nebenstra\u00dfe erreichte ich das Dorf am Ufer des Oz. Srednee Kujto. Hier gab es 3 Magazine, etliche H\u00e4user und sogar einen Strand am glasklaren Wasser des Sees. (GPS Koordinaten Luusalmi: N 65\u00b003.387\u2018 E 31\u00b034.321\u2018) Als n\u00e4chstes wollte ich das westlich gelegene Dorf Alozero erreichen. Leider lie\u00df der vielversprechende Weg stark nach und endete in einem zugewucherten Pfad den ich allein nicht weiter fahren wollte. Mit 2 Gel\u00e4ndewagen sicherlich eine verlockende Herausforderung. Also kehrte ich wieder um und nahm die normale Nebenstra\u00dfe von Luusalmi nach Kostomuksa. Auf halber Strecke beendete ich die heutige Tagestour mal wieder an einem toll gelegenen See.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_2_placeholder\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size wp-block-paragraph\">Rund um Kostomukscha \/ \u041a\u043e\u0441\u0442\u043e\u043c\u0443\u043a\u0448\u0430<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Leider hatte ich mir gestern Abend mit irgendetwas den Magen verdorben. Die ganze Nacht musste ich mir das Essen durch den Kopf gehen lassen und bleibe den ganzen folgenden Tag liegen und d\u00f6se vor mich hin. Erstaunlicherweise f\u00fchle ich mich am darauf folgenden Tag wieder relativ fit. Und so kann es auch schon wieder weiter gehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Als n\u00e4chstes Ziel erreiche ich Kostomuksa. Hier versuche ich in einer Bank Rubel mit der Visa Card abzuheben. Aber das Kreditkartenterminal in der Bank ist au\u00dfer Betrieb. Zum Gl\u00fcck entdecke ich in der Stadt einen Geldautomaten. Hier gelingt das Geldabheben problemlos. Im Supermarkt kaufe ich noch 2 x 6l Trinkwasser und an der Tankstelle wird Diesel nachgetankt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Von Kostomuksa fahre ich knapp 100 km ostw\u00e4rts. In Ledmozero (\u041b\u0435\u0434\u043c\u043e\u0437\u0435\u0440\u043e) komme ich durch Zufall auf die Verbindungsstra\u00dfe zur A 134. Das erspart mir laut Karte den Umweg \u00fcber Tik\u0161a (\u0422\u0438\u043a\u0448\u0430). Aber die Piste ist selbst f\u00fcr russische Verh\u00e4ltnisse ziemlich schlecht. Und so schleiche ich mit 15 km\/h von einem Schlagloch zum anderen. Nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit erreiche ich die A 134 auf der es in Richtung finnische Grenze geht. Reboly (\u0420\u0435\u0431\u043e\u043b\u044b), ein Ort durch den ich komme, sieht komisch aus. Alle neuen bzw. Betonbauten sind leer, verlassen und teilweise eingest\u00fcrzt. Es gibt aber auch noch einen alten Teil der bewohnt ist. Am Oz. Leksozero ist f\u00fcr heute die Tour zu Ende. Die ersten Ausf\u00e4lle traten heute auch auf. Am Fahrradtr\u00e4ger ist eine Schraube abgebrochen. War ja nur eine Frage der Zeit bei den Stra\u00dfen. Leider habe ich aber genau diese L\u00e4nge nicht dabei und so reist das Fahrrad erst mal im Auto weiter mit. Des Weiteren ist ein neugekaufter Kanister kaputt gegangen und ganze 6l k\u00f6stliches russisches Mineralwasser haben sich im hinteren Teil des Wagens ausgebreitet. Eigentlich nicht allzu schlimm, standen bis vor kurzem dort ja nur Kisten. Aber seit ein paar Tagen steht dort meine volle Reisetasche. Ich hatte es einfach Leid, dass sie st\u00e4ndig runterrutschte. Und so verteile ich kunstvoll die ganzen Sachen im Wagen zum Trocknen. Irgendwie scheinen das gerade nicht meine Tage zu sein, aber vielleicht wird es nun auch wieder besser.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_3_placeholder\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size wp-block-paragraph\">Auf nach Finnland<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Tag nahm die \u00dcbelkeit wieder zu. Also noch einen Tag pausiert. Der folgende Tag war da auch schon angenehmer. Wenn immer noch nicht ideal. Mittlerweile hatte ich auch eine Entscheidung \u00fcber den weiteren Verlauf der Reise getroffen. Ich werde nun in Richtung Finnland fahren. Falls es doch was ernsteres sein sollte, habe ich da wenigstens die M\u00f6glichkeit mir in der Apotheke was zu holen bzw. kann zum Arzt gehen. OK das letztere k\u00f6nnte ich in Russland auch, aber w\u00fcrde ich das wollen?<br><br>Also den Wagen \u201egesattelt\u201c und immer entlang der finnischen Grenze geholpert. In Lendery (\u041b\u0435\u043d\u0434\u0435\u0440\u044b) traf ich auf einen alten Wolga samt Besitzer. Wir bewunderten gegenseitig unsere Wagen. Leider fand ich im Ort nicht die in meiner Karte eingezeichnete Tankstelle. Also musste der n\u00e4chste Tankstopp noch etwas auf sich warten lassen.<br>In Sukkozero (\u0421\u0443\u043a\u043a\u043e\u0437\u0435\u0440\u043e) konnte ich endlich den Tank wieder f\u00fcllen. Auch wenn die Tankstelle etwas seltsam aussah, der Wagen lief danach problemlos weiter.<br><br>Ab Porosozero folgte ich der A 132 bis nach Suoj\u00e4rvi. Da es mittlerweile schon v\u00f6llig dunkel war und ich mir mal wieder was g\u00f6nnen wollte, suchte ich mir f\u00fcr die heutige Nacht ein Hotel. Durch Zufall wurde ich auf das Hotel Tamara aufmerksam. Es handelt sich dabei mehr um eine Pension mit 3 Zimmern. Tamara, so hie\u00df die Besitzerin, spricht neben russisch auch finnisch und ist mehr als nett. Auch wenn ich hier zum aller ersten Mal f\u00fcr die Registrierung zus\u00e4tzlich bezahlen musste (50 RUB ca. 1,10 \u20ac) kann ich diese Pension nur empfehlen Das gesamte Haus macht einen sehr finnischen Eindruck. Fr\u00fchst\u00fcck gibt es bei Tamara in der K\u00fcche und man kann am Vorabend sogar seine W\u00fcnsche \u00e4u\u00dfern. Hier f\u00fcr alle Interessierten die GPS Koordinaten N 62\u00b004.493\u2018 E 32\u00b021.088\u2018 \u2013 es ist aber im Ort auch durch gro\u00dfe Hinweisschilder ausgeschildert. Alles in allem eine sehr angenehme \u00dcbernachtung f\u00fcr knapp 50 \u20ac.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_4_placeholder\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size wp-block-paragraph\">ozero Janisj\u00e4rvi<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Heute nun war der letzte Tag in Russland. Aber es sollte auch einer der sch\u00f6nste Tag werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Von Suoj\u00e4rvi folgte ich der A 131 in Richtung Ladogasee. Nach ca. 60 km verlie\u00df ich diese Stra\u00dfe in westlicher Richtung und erreichte als n\u00e4chste Ortschaft Roikonkoski (\u0420\u0430\u0439\u043a\u043e\u043d\u043a\u043e\u0441\u043a\u0438). Ab dort ging es immer weiter, erst \u00f6stlich dann n\u00f6rdlich um den Oz. Janisj\u00e4rvi. Von der Piste f\u00fchrten immer wieder kleine Offroadwege zum Ufer des Sees. Insgesamt war die Piste verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut. Sie f\u00fchrte durch W\u00e4lder, \u00fcber B\u00e4che und durch Wiesen. F\u00fcr mich eine der sch\u00f6nsten Strecken auf meiner diesj\u00e4hrigen Reise durch Karelien.<br><br>Am Nord-Westlichen Ende des Janisj\u00e4rvi gab es einige Ferienzentren. Zudem tauchten immer wieder traumhaft sch\u00f6ne Sandstr\u00e4nde auf. Kurz danach erreichte ich V\u00e4rtsila (\u0412\u044f\u0440\u0442\u0441\u0438\u043b\u044f). Hier tauschte ich an der Tankstelle meine letzten Rubel in Diesel um und machte mich auf den Weg zur Grenze. Bei der Abfertigung gab es wieder erhebliche Schwierigkeiten mit meinem Wagen. Die Z\u00f6llnerin fand meinen Wagen nicht in ihrer PC Datenbank. Zu dem verstand sie nicht warum auf dem Wagen Honker stand, diese Bezeichnung aber nirgends in den Papieren auftauchte. Nachdem sie ziemlich zornig mehrfach die Papiere zur Seite geworfen hatte, schaffte sie es dann doch irgendwie unter Zur-Hilfe-Nahme 2 weiterer Zollbeamten meinen Wagen im PC zu erfassen. Inzwischen wurde mein Wagen mehrfach vom Drogenhund untersucht. Nach dieser Prozedur durchsuchten noch 3 Zollbeamten den gesamten Wagen. Zum Gl\u00fcck musste ich nicht den gesamten Inhalt auspacken. Auf finnischer Seite war der Zoll genauso gr\u00fcndlich und nur mit Gl\u00fcck, auch weil es ein deutscher Wagen war, musste ich nicht auspacken. Nicht das ich was zu verbergen hatte, aber den gesamten Wageninhalt auszuladen, dazu hatte ich nicht wirklich Lust. Insgesamt dauerte die Abfertigung nochmals deutlich l\u00e4nger als bei der Einreise. Dies lag zum einen an den Schwierigkeiten mit meinem Wagen (beim n\u00e4chsten Mal schreibe ich einfach die bescheidenen Eintr\u00e4ge der Zulassung ab) zum anderen aber auch an der Gr\u00fcndlichkeit der Zollbeamten.<br><br>Von der Grenze ging es \u00fcber Kittee, Imatra und Lappeenranta nach Helsinki. Von dort \u00fcber die Autobahn in Richtung Turku bevor ich am sp\u00e4ten Abend in der N\u00e4he von Salo im Ferienhaus ankam. Ich genoss es richtig mal wieder einwandfreien Asphalt unter den R\u00e4dern zu sp\u00fcren.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_5_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie aus dem Bilderbuch Endlich beginnt das Abenteuer Karelien. Die Grenzabfertigung verl\u00e4uft \u00e4u\u00dferst angenehm, auch wenn ich mit 1 Std. Abfertigung f\u00fcr mich einen neuen Rekord aufgestellt habe. Auf finnischer Seite erfolgte eine einfache Kontrolle der Papiere und des Wagens. Hier zeigten sich die Z\u00f6llner bereits \u00e4u\u00dferst neugierig was das denn f\u00fcr ein Gef\u00e4hrt sei. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3304,"parent":3074,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_kadence_starter_templates_imported_post":false,"footnotes":""},"class_list":["post-3227","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/wordpress.p178985.webspaceconfig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3227","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/wordpress.p178985.webspaceconfig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/wordpress.p178985.webspaceconfig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wordpress.p178985.webspaceconfig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wordpress.p178985.webspaceconfig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3227"}],"version-history":[{"count":11,"href":"http:\/\/wordpress.p178985.webspaceconfig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3227\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4381,"href":"http:\/\/wordpress.p178985.webspaceconfig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3227\/revisions\/4381"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wordpress.p178985.webspaceconfig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3074"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wordpress.p178985.webspaceconfig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3304"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/wordpress.p178985.webspaceconfig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3227"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}