Zum Jahreswechsel 2025 / 2026 wurde es mal wieder Zeit die Langlaufskier vom Boden zu holen. Etwas schwer tat ich mich bei der Auswahl der perfekten Region zu dieser Zeit. Anfangs hatte ich Schweden favorisiert. Hier war zur Zeit der Planung aber die Schneelage noch nicht so perfekt. So wurde es dann letztendlich Norwegen.
Anreise
Für die Anreise entschied ich ich dieses Mal für Fahrt durch Dänemark. Hier legte ich einen ersten Stopp und eine kleine Wanderung in Ejer Bjerge, südlich vom Mossee (Mossø), ein. Hierbei handelt es sich um den mit 172,52 m höchsten Punkt Dänemarks, Grönland einmal außen vor gelassen.
Den Nachmittag verbrachte ich ganz im Norden von Dänemark, Rund um Skargen. Hier machte ich einen Spaziergang zur Tilsanded Kirke, der versandeten Kirche und wanderte zum Zusammenfluss von Nord- und Ostsee.
Am Abend kehrte ich noch in einer netten Pizzeria ein und stärkte mich für die Überfahrt.
Ejer Bjerge
Bild 1 von 9
Ankunft im Winterparadies
Meine Fähre ging um 22:30 Uhr ab Hirtshals (DK) und kam bereits um 3:00 Uhr in Larvik (N) an. Eine Kabine hatte ich auf Grund der recht kurzen Überfahrt nicht gebucht. Ich fand aber ein ruhiges Plätzchen um etwas die Augen zu machen zu können.
Mein erste Unterkunft in Norwegen lag in Beitostølen, einem Wintersportort in der Kommune Øystre Slidre.
on the road
Bild 1 von 4
Auf Grund meiner recht frühen Ankunft konnte ich bereits den ersten Tag in den Loipen verbringen. Und die Loipen waren bestens präpariert.
Ausblick
Bild 1 von 5
Am nächsten Morgen ging es direkt von meiner Unterkunft in die Loipe, Anfangs ging es durch eisigen Nebel. Aber nach einer Weile gewann die Sonne den Kampf und strahlte von einem strahlend blauem Himmel. Es war eine perfekte und traumhaft schöne Tour.
beste Schneelage
Bild 1 von 8
Heute ging es ein Stück mit dem Auto zum Alpincenter Raudalen. Die heutige Tour sollte mich in die Nähe des 1.400 m hohen Slettefjellet führen. Der Anfang war recht beschwerlich, es ging am Rand der alpinen Skipiste von 700 m auf 1.000 m. Ober erwartete mich erneut eine perfekt präparierte Loipe, strahlende Sonne und eine weiße Einsamkeit. Auf halber Strecke gab es eine kleine Schutzhütte, in der ich eine Rast einlegte. Im Anschluss erfolgte der etwas mühsamere Teil. Hier im Tal war die Loipe recht vereist und es war deutlich anstrengender voran zu kommen.
Sonnenaufgang
Bild 1 von 12
Heute ließ sich die Sonne nicht blicken und es war recht windig. Also wählte ich eine etwas geschütztere Loipe.
Skitour Blau 4
Bild 1 von 3
Eine weitere Tour um Beitostølen, dieses Mal bis an den See Javnin.
Morgensonne
Bild 1 von 8
Am Folgetag wurde entspannt. Es war sehr stürmisch und so machte ich einen kleinen Ausflug in die Umgebung im Auto ganz komfortabel mit Sitz- und Lenkradheizung.
kleine Roadtour bei Beito
Bild 1 von 4
Weiter ging es dann aber mit weiteren schönen Touren rund um den Ort und direkt von der Unterkunft aus.
Start in einen neuen Tag
Bild 1 von 8
Der Wind war nun täglich recht stark und die Temperaturen recht tief. Aber bei strahlendem Sonnenschein ging es weiterhin in die Loipen. Über die App „Sporet“ konnte ich live den Standort der Pistenraupen sehen und so wusste ich immer live welche Pisten frisch präpariert waren. Leider war dies nun auch schon der letzte Tag in diesem Winterparadies.
Abendsonne an der Straße 51
Bild 10 von 10
Heute nun ging es in meine zweite Unterkunft in Norwegen. Ich wollte noch einmal die Region wechseln und hatte mir nun etwas ländlicheres ausgesucht. Es ging in die Nähe von Austbygde am See Tinnsjä in der Telemark. Eigentlich eine Strecke die man gut in unter 4 Stunden schaffen kann. Leider waren aktuell die Bergpässe gesperrt. Dies stellte ich leider zweimal erst direkt am Pass am Schlagbaum fest. So dauerte meine Anreise dann doch den ganzen Tag. Aber ich sah so deutlich mehr von der Region als auf dem geplanten Weg.
Abschied aus Beitostolen
Bild 1 von 12
Am nächsten Morgen wurde bei einem ausgiebigen Spaziergang die Gegend erkundet. Die Landschaft war für mich einfach nur ein Traum. Leider war hier aktuell kaum Schnee. Aber dafür hatte die Hütte sogar ein eigenes, kleines Gym. Eine perfekte Abwechslung.
In den nächsten Tagen zogen mich die Berge immer wieder magisch an. Zwar waren die Bedingungen für Langlauf nicht gut, aber dafür konnte ich endlich mal wieder die Schneeschuhe anschnallen und auch hier die weiße Einsamkeit so richtig genießen. So ging es für mich bis auf knapp 1.250 m hoch.
auf geht´s
Bild 1 von 7
Gaustatoppen
Nicht nur von meinen Touren ins Fjell sondern auch direkt vom Fenster meiner Unterkunft war der markante 1.883 m hohe Gaustatoppen zu sehen. So kam recht schnell die Frage in mir auf, ob eine Besteigung auch im Winter möglich wäre. Nach etwas Recherche im Internet beschloss ich mir das ganze direkt vor Ort anzuschauen. Durch seine Höhe und die Lage des Berges wurde er während des Kalten Krieges militärisch als Radar- und Funkstation genutzt. Ende der 50er Jahre wurde hierfür eine Bergbahn, die Gaustabanen, errichtet. Dies Bahn besteht aus einer 850 m langen horizontalen Flachbahn und einer steilen Standseilbahn mit 1.045m schräger Länge. Alles im inneren des Berges. Erst seit 2004 kann die Bahn auch von Touristen genutzt werden. Die Bergbahn beginnt auf einer Höhe von 1.170 m Höhe mit der horizontalen Bahn. Nach dem ersten Teil muss man in die Standseilbahn umsteigen. Die Bergstation befindet sich auf 1.800 m Höhe.
Ich hatte Glück und die Bahn war auch heute in Betrieb. Leider war aber bereits auf der Anfahrt zur Talstation nichts vom Gipfel zu sehen. An der Bergstation kam ich in einer völlig anderen Welt an. Es herrschte ein starker Sturm, viel Schnee und man konnte kaum einen Meter weit sehen. Die Temperatur betrug bereits ohne Wind -20 Grad. Ich begann trotzdem etwas die Umgebung an der Bergstation zu erkunden. Die Berghütte war bis zum Dach eingeschneit. Es war extrem kalt und man konnte leider absolut nichts erkennen. Ich schaffte es zumindest noch den Funkturm zu finden. Im Anschluss hatte ich Schwierigkeiten den Eingang zur Gaustabanen zu finden. Die Karte auf meinem Handy war leider auch keine Hilfe, bei den Temperaturen hatte sich mein Handy recht schnell abgeschalten. Irgendwann traf ich dann noch 2 andere Personen und konnte diesen zum Eingang der Bergbahn folgen. Was für ein irrer Ausflug.
Kaum an der Talstation angekommen, rissen die Wolken auf und es bot sich ein wolkenloser Himmel. Der Gipfel war nun bestens zu erkennen. Eins stand bereits jetzt fest, ich werde wieder kommen und den Gipfel zu einer anderen Jahreszeit ohne Bahn besteigen.
etwas frischer heute
Bild 1 von 11
In den Folgetagen konnte ich auch noch die Langlaufski im Fjell nutzen. Zwar waren die Loipen hier nicht Ansatzweise so gut wie in Beitostolen präpariert und es gab nicht die Infrastruktur aber alles war wesentlich natürlicher. Eigentlich deutlich mehr nach meinem Geschmack.
kleine Schneeschuhe Tour
Bild 1 von 6
Auch eine Tour mit den Schneeschuhen unternahm ich noch. Aber durch den weiterhin starken Wind fühlten sich die kalten Temperaturen von um die -20 Grad sehr extrem an. So reichten dann auch knapp 2 Stunden. Aber landschaftlich mit dem blauen Himmel und der Schneedecke ein perfekter Tag.
auf geht´s
Bild 1 von 8
Bevor nun die 3 Wochen Winterurlaub zu Ende sind, und es nach Hause gehen sollte, ging es mit den Skiern noch einmal auf die Tyset Runde. Etwas verschneite Loipen aber eine perfekte Ruhe und Einsamkeit.
neue Langlaufrunde
Bild 1 von 4
Zurück nach Kiel ging es dieses Mal ohne Fähre durch Schweden und Dänemark. Bis Höhe Göteborg ging es noch meist über verschneite Straßen und Autobahnen. Ab dort waren die Straßenbedingungen dann ohne Schnee und Eis.
Es war eine schöne Auszeit und eine gute Kombination. Beitostolen ist sehr touristisch mit besten Loipen. Die zweite Region deutlich natürlicher. Hier werde ich auf jeden Fall noch einmal außerhalb des Winters zum wandern und Trailrunning wieder kommen. Und für Langlauf nach Beitostolen.